Infektionskrankheiten

Informationen zum Krankheitsbild

 

Erreger: Die Krätze ist eine Hauterkrankung, die durch die Krätzmilbe verursacht wird.

Übertragung: Die Krätze ist außerordentlich leicht übertragbar! Die Übertragung erfolgt direkt von Mensch zu Mensch durch engen Hautkontakt. Gelegentlich ist auch eine Infektion über tote Gegenstände möglich (z. B. Kleidung, Bettwäsche, Handtücher, Decken, Kissen, Plüschtiere u. a.).

Inkubationszeit: Die Inkubationszeit beträgt bei einer Erstinfektion 3–6 (selten bis zu 8) Wochen. In diesem Zeitraum verspürt der Betroffene so gut wie keine Symptome, trägt aber bereits zur Weiterverbreitung der Krankheit bei. Erst nach dieser Zeit tritt das charakteristische Krankheitsbild der Skabies auf.

Klinik: Der gewöhnliche Verlauf einer Krätzeerkrankung ist geprägt durch starken Juckreiz, der sich insbesondere nachts bis ins Unerträgliche steigert. Des Weiteren kommt es zur Bildung von kleinen Bläschen, Papeln, Pusteln und gelegentlich auch Krusten. Die Hauterscheinungen können sehr unterschiedlich sein und verschiedene dermatologische

Krankheitsbilder imitieren, so dass das Erkennen dieser Krankheit nicht immer einfach ist. Deshalb ist zur Abklärung der Diagnose unverzüglich ein Hautarzt aufzusuchen. Einen sicheren Nachweis bilden die etwa 1–5 mm langen Milbengänge, die besonders an dünnhäutigen Körperstellen (Bereiche mit erhöhter Hautfeuchtigkeit) zu finden sind.

 

Prävention und Schutzmaßnahmen: An Krätze erkrankte oder verdächtige Personen, die in einer Kindereinrichtung beschäftigt werden bzw. die Eltern oder Sorgeberechtigten an Krätze erkrankter Kinder sind nach § 34 (5) IfSG verpflichtet, die Kindereinrichtung umgehend darüber zu informieren. Gemäß § 34 (6) IfSG hat die Leitung der  Kindereinrichtung das zuständige Gesundheitsamt über das Auftreten einer Krätzeerkrankung bzw. deren Verdacht unverzüglich zu benachrichtigen und krankheits- und personenbezogene Angaben zu machen. Kinder bzw. Eltern, Erzieher und andere Personen, die an Krätze erkrankt oder dessen verdächtig sind, dürfen nach § 34 (1) IfSG die Kindereinrichtung nicht betreten bzw. in der Betreuung nicht tätig werden.

Alle an Krätze Krankheitsverdächtigen sind sofort abzusondern und einem erfahrenen Hautarzt vorzustellen.

Eine Wiederaufnahme in die bzw. eine Wiederbeschäftigung in der Kindereinrichtung ist erst möglich, wenn nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Die Wiederzulassung kann erst nach sachgerechter Mittelanwendung und einer Erfolgskontrolle durch den behandelnden Hautarzt erfolgen, der die endgültige Freiheit von lebenden Milben zu bestätigen hat (schriftliches Attest).

Die Ansteckungsgefahr bleibt erhalten, solange vitale Milben auf bzw. in der Haut nachzuweisen sind!

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